Die hohe Kunst eines traditionsreichen Gebäcks

 

Welche Assoziationen wecken die Wörter „Puffel“, „Kreppel“ oder „Fastnachtsküchle“ bei euch? Oder klingelt es vielleicht bei „Krapfen“ und „Ballen“? Ob ihr diese Begriffe einer Fantasiesprache zuordnet oder sie euch tatsächlich so normal erscheinen wie Hund, Katze, Maus hängt davon ab, aus welcher Region ihr stammt. Denn in den verschiedenen Teilen Deutschlands gibt es zahlreiche Begriffe für ein und dieselbe Köstlichkeit: Berliner.

Die Rede ist natürlich nicht von den Einwohnern unserer Hauptstadt, denn von Kannibalismus möchten wir uns an dieser Stelle deutlich distanzieren. Es geht um das süße Gebäck aus Hefeteig mit einer Füllung aus Konfitüre und einer Haube aus Puderzucker. Hierbei sei jedoch angemerkt, dass diese klassische Zusammensetzung keinesfalls selbstverständlich ist für den Berliner Pfannkuchen.

Die Füllung macht den Berliner besonders

Im deutschsprachigen Raum existieren nicht nur diverse Bezeichnungen für die süße Kalorienbombe, sondern auch die Füllungen sind regional unterschiedlich. Abgesehen von dem Klassiker Konfitüre wird im Osten gerne auch Pflaumenmus verwendet. Die Baden, Schwaben und Franken setzen hingegen auf Hagebuttenmark.

Abweichend von der Tradition enthalten neuere Rezepte Füllungen aus Sahne, Vanillecreme, Nougat oder Eierlikör. Bei dem Überzug fällt die Auswahl da schon übersichtlicher aus: Zuckerguss, kakaohaltige Fettglasur oder Puderzucker sind hier erste Wahl – ein Traum für Zuckerjunkies!

Als traditionelles Gebäck zu Silvester und Karneval spielt der Berliner die Hauptrolle in einer scherzhaften, und in der Tat etwas unappetitlichen, Sitte, einzelne Exemplare mit allerlei untypischen Füllungen zu versehen – Berliner mit Senf, Zwiebeln oder gar Sägespänen klingen wirklich exotisch!
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Kanonenfutter für Friedrich den Großen

Der Berliner hat zweifellos eine lange Geschichte hinter sich. Bereits aus dem Altertum sind verschiedene Formen der Krapfen bekannt. Das Wort „Krapfen“ wird seit dem 9. Jahrhundert nachgewiesen. Die Speise galt hauptsächlich als Festtags- und Fastengebäck, welches vor allem in katholisch geprägten Gebieten zur Fastenzeit populär wurde.

Unsere österreichischen Nachbarn sind seit jeher als wahre Krapfenliebhaber berühmt. Erste Rezepte wurden 1486 in der Köchordnung der Stadt Wien festgehalten. Während des fast einjährigen Wiener Kongresses von 1814 bis 1815 sollen angeblich unglaubliche 10 Millionen Krapfen gegessen worden sein – wenn das mal nicht wahre Verehrung ist!

Eine weitere Legende besagt, dass der Berliner Pfannkuchen im Jahr 1756 von einem Berliner Zuckerbäcker erfunden wurde. Dieser hatte als Kanonier unter Friedrich dem Großen dienen wollen, erwies sich jedoch als wehruntauglich. Man erlaubte ihm, als Feldbäcker im Regiment zu bleiben. Als Dank schuf er die ersten Berliner in der runden Form der Kanonenkugeln für den Alten Fritz.

Berliner weltweit – ein multikulturelles Backwunder

Nicht nur in Deutschland und Österreich hat der Hefeballen Tradition. In zahlreichen weiteren Ländern finden sich Abwandlungen des Berliner Pfannkuchens.

  • Belgier und Niederländer füllen die Boules des Berlin beziehungsweise Berliner bollen mit Vanillecreme und schneiden sie in der Mitte durch.
  • Die Berlinerboller aus Norwegen enthalten Vanillepudding oder Himbeerkonfitüre.
  • In Portugal gibt es die Bolas de Berlim mit der gelblichen creme pasteleiro gefüllt und mit Zucker bestreut.
  • Die chilenischen Berlines enthalten crema pastelera oder Marmelade – ein Verweis auf die deutsche Tradition.

Berliner for President

Spätestens seit John F. Kennedy einst mit stolzgeschwellter Brust verkündete: „Ich bin ein Berliner“, dürfte klar sein, wer der König, pardon, der Präsident unter den Gebäckstücken ist. Für uns bei Voosen bedeutet der Biss in den luftigen Hefeteig mit süßem Kern jedenfalls den Himmel auf Erden.

Stöbert durch unseren Produktkatalog und entdeckt eure Lieblingsversion des Berliner Ballen. Oder besucht uns gleich in einem unserer Standorte und erlebt, wie schon der bloße Anblick dieser Köstlichkeit euch das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Ob schokoladig oder fruchtig, beschwippst oder ganz nüchtern – unsere Berliner versüßen euch den Tag!